Erziehungs- und Bildungsauftrag der Waldorfschule Offenburg

Die Waldorfschule Offenburg versteht ihren Erziehungs- und Bildungsauftrag als eine gemeinsame Verantwortung von Eltern, Lehrern und Erziehern für die gesunde, individuelle Entwicklung der Schüler. Dabei steht die Würde des Kindes und die Wertschätzung menschlicher und kultureller Vielfalt im Mittelpunkt. Der Unterricht orientiert sich an den pädagogischen Impulsen von Rudolf Steiner und basiert auf einer anthroposophischen Menschenkunde und Erziehungskunst, die die Entwicklung des Kindes in den Vordergrund stellt.

Kinder mit Blumenkränzen tanzen draußen in einer Menschenmenge in einem Kreis, während im Hintergrund an einem sonnigen Tag viele Menschen zuschauen.

Offenheit und Vielfalt im Bildungswesen

Waldorfschulen sind Teil des öffentlichen Bildungswesens und beteiligen sich aktiv an aktuellen bildungspolitischen Diskussionen. Sie setzen sich für Freiheit und Vielfalt im Bildungswesen ein.

Die Schüler der Waldorfschule spielen auf dem Schulhof und eine Gruppen von Jungen und Mädchen sitzen auf einer Bank, um einen Baum herum

Zugang für alle Kinder

Die Waldorfschule Offenburg steht allen Kindern und Jugendlichen offen – unabhängig von Nationalität, Religionszugehörigkeit, sozialer Herkunft oder der Finanzkraft der Eltern. Kulturelle Hintergründe werden respektiert, und die Schüler werden zu weltanschaulicher und religiöser Offenheit erzogen. Verantwortungsbewusstes Handeln gegenüber der Natur und der Gesellschaft wird gefördert.

Eine Person in einem roten Hemd strickt mit dunklem Garn und wickelt das Garn dabei um ihre Finger. Der Fokus liegt auf ihren Händen und dem Strickvorgang, während im Hintergrund eine weitere, unscharf abgebildete Person zu sehen ist.

Individuelle Förderung

Die Waldorfpädagogik basiert auf der Beobachtung und dem Verständnis der Entwicklung des Kindes. Die Schule fördert jedes Kind nach seinen individuellen Möglichkeiten, sodass es seine Fähigkeiten und Anlagen im Sinne einer Selbsterziehung zunehmend selbst ausbilden kann.

Eine Gruppe von Tänzern in langen, wallenden Gewändern bewegt sich durch ein großes Tanzstudio aus Holz.

Ganzheitlicher Unterricht

Mädchen und Jungen werden in altershomogenen Jahrgangsklassen unterrichtet, wobei der Unterricht auf das Lebensalter und die Entwicklungsbedürfnisse der Schüler abgestimmt ist. Der Unterricht ist ganzheitlich und umfasst kognitive, künstlerische und praktische Lernfelder gleichermaßen. Besonders die Betrachtung der Phänomene in den naturwissenschaftlichen Fächern wird betont. Fremdsprachen werden ab der ersten Klasse unterrichtet. Es gibt waldorfspezifische Fächer wie Eurythmie sowie spezifische Förderangebote, die je nach Entwicklungsstand, Leistungsfähigkeit und Begabung der Schüler angepasst sind.

Drei Menschen arbeiten gemeinsam im Garten, knien auf dem Boden und kümmern sich um die Pflanzen, während neben ihnen eine Schubkarre mit Erde steht; sie sind an einem sonnigen Tag von üppigem Grün umgeben.

Werteorientierung und soziale Kompetenz

Ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts ist die Ausbildung sozialer Fähigkeiten und die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Schüler. Werteorientierung spielt dabei eine zentrale Rolle.

Eine Nahaufnahme von einer Schülerin die draußen an einem Holztisch einen Kranz aus Blumen bindet, neben ihr ist die Lehrerin verschwommen zu erkennen

Engagierte Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Schülern

Die enge und intensive Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Schülern hat eine besondere Bedeutung für den Erziehungs- und Bildungsprozess. Kontinuität im Unterricht und stabile Bezugspersonen schaffen Vertrauen und fördern das Lernen. Ein gesundes Lernklima wird durch die rhythmische Gliederung des Unterrichts und konzentriertes Arbeiten in Epochen unterstützt.

Mehrere Personen, die weiße Turnschuhe und Tüllröcke tragen, stehen in einer Reihe auf einem Holzboden.

Rahmenlehrpläne und Schulabschlüsse

Der Unterricht orientiert sich an den vom Bund der Freien Waldorfschulen veröffentlichten Rahmenlehrplänen und Kompetenzbeschreibungen, die kontinuierlich durch Forschung und Praxis evaluiert werden. Die Waldorfschule Offenburg bereitet ihre Schüler auf den Waldorfabschluss sowie auf staatliche und staatlich anerkannte Schulabschlüsse vor.

Ein Schüler steht an einer Holzwerkbank, während eine Lehrer mit Brille ihm etwas daran erklärt

Lehrerfortbildung und Verantwortung

Lehrer an der Waldorfschule Offenburg durchlaufen eine spezielle Ausbildung in Waldorfpädagogik. Sie gestalten ihren Unterricht kreativ und sind in der kollegialen Selbstverwaltung aktiv. Die Qualität des Unterrichts wird regelmäßig evaluiert, und permanente Fortbildung ist ein integraler Bestandteil der pädagogischen Arbeit.

Nahaufnahme von zwei Händen die einen Blumenkranz flechten, die Umgebung ist verschwommen

Eigenständigkeit und Trägerschaft

Waldorfschulen sind wirtschaftlich und rechtlich eigenständig. Die Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern bildet die Grundlage für die gemeinsame Trägerschaft der Schule. Die Organisation, Leitung und Verwaltung erfolgen nach den sozialen Impulsen der Anthroposophie und gewährleisten transparente Verantwortlichkeit.

Zwei Kinder sitzen an Schreibtischen und malen mit Pinseln bunte Spiralmuster auf Papier. Auf den Schreibtischen stehen mehrere Farbtöpfe, und der Raum wird von warmem Sonnenlicht erhellt, das durch die Fenster im Hintergrund hereinströmt.

Zusammenarbeit mit Waldorfkindergärten

Im Rahmen ihres ganzheitlichen Erziehungs- und Bildungsansatzes arbeiten Waldorfschulen eng mit Waldorfkindergärten zusammen, um einen nahtlosen Übergang vom Kindergarten in die Schule zu fördern.

Ein Junge steht in einem Gewächshaus und gießt mit einer schwarzen Gießkanne die Pflanzen.

Regionale und internationale Zusammenarbeit

Die Waldorfschulen engagieren sich in der regionalen und nationalen Zusammenarbeit innerhalb des Bundes der Freien Waldorfschulen und pflegen auch internationale Partnerschaften, um ihre Arbeit weiterzuentwickeln.


Verabschiedet auf der Mitgliederversammlung des Bundes der Freien Waldorfschulen am 25.10.2009 in Stuttgart